Entspricht Ihre Beleuchtung den Standards? So testen Sie sie richtig

Entspricht Ihre Beleuchtung den Standards? So testen Sie sie richtig

Gute Beleuchtung ist mehr als nur eine Frage der Ästhetik – sie beeinflusst Gesundheit, Produktivität und Sicherheit. Ob im Büro, in der Werkstatt oder im Homeoffice: Die Arbeitsstättenverordnung und europäische Normen legen fest, wie hell und gleichmäßig die Beleuchtung sein muss. Doch wie können Sie prüfen, ob Ihre Beleuchtung tatsächlich den Anforderungen entspricht? Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Lichtverhältnisse richtig testen und bewerten.
Warum Beleuchtungsstandards wichtig sind
Licht wirkt sich direkt auf unser Sehvermögen, unsere Konzentration und unser Wohlbefinden aus. Zu wenig Licht führt zu Ermüdung, Kopfschmerzen und Fehlern, während zu starkes oder falsch gerichtetes Licht Blendung und Reflexionen verursachen kann. Deshalb gibt es klare Standards, die sicherstellen, dass Arbeitsplätze optimal ausgeleuchtet sind.
In Deutschland gilt vor allem die DIN EN 12464-1, die Anforderungen an die Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen definiert. Sie beschreibt unter anderem:
- Beleuchtungsstärke (Lux) – wie viel Licht auf die Arbeitsfläche fällt.
- Gleichmäßigkeit – wie gleichmäßig das Licht verteilt ist.
- Blendungsbegrenzung (UGR-Wert) – wie stark das Licht die Augen stört.
- Farbwiedergabe (Ra-Wert) – wie natürlich Farben im Licht erscheinen.
Diese Parameter zu kennen, ist der erste Schritt, um Ihre Beleuchtung richtig zu beurteilen.
So messen Sie die Beleuchtungsstärke
Die einfachste Methode, um Ihre Beleuchtung zu überprüfen, ist die Messung der Beleuchtungsstärke in Lux. Dafür benötigen Sie ein Luxmeter, das es sowohl als professionelles Messgerät als auch als App (mit eingeschränkter Genauigkeit) gibt.
- Platzieren Sie das Messgerät auf der Arbeitsfläche, z. B. auf dem Schreibtisch.
- Schalten Sie Tageslichtquellen aus oder messen Sie zu einer Zeit, in der sie keinen Einfluss haben.
- Führen Sie mehrere Messungen an verschiedenen Punkten durch, um die Gleichmäßigkeit zu prüfen.
- Vergleichen Sie die Werte mit den Vorgaben der DIN EN 12464-1 – für Büroarbeit werden z. B. 500 Lux empfohlen, für Besprechungsräume etwa 300 Lux.
Liegt Ihr Wert deutlich darunter, sollten Sie zusätzliche Leuchten installieren oder vorhandene Leuchtmittel austauschen.
Blendung und Reflexionen vermeiden
Selbst bei ausreichender Helligkeit kann falsche Lampenplatzierung zu Problemen führen. Blendung entsteht, wenn Lichtquellen zu hell oder ungünstig positioniert sind. Auch Reflexionen auf Bildschirmen, glänzenden Oberflächen oder weißen Wänden können die Sehqualität beeinträchtigen.
So vermeiden Sie das:
- Verwenden Sie Leuchten mit Abdeckung oder Diffusor.
- Achten Sie darauf, dass das Licht schräg auf die Arbeitsfläche fällt, nicht direkt in die Augen.
- Richten Sie Bildschirme so aus, dass keine Lichtquellen darin reflektiert werden.
- Setzen Sie auf matte Oberflächen bei Möbeln und Wänden.
Eine einfache Faustregel: Sie sollten auf Ihren Bildschirm schauen können, ohne die Lichtquelle im Hintergrund wahrzunehmen.
Farbtemperatur und Farbwiedergabe
Die Farbwiedergabe (Ra-Wert) zeigt, wie naturgetreu Farben im Licht erscheinen. Für die meisten Arbeitsplätze wird ein Ra-Wert von mindestens 80 empfohlen. In Bereichen, in denen Farben eine wichtige Rolle spielen – etwa in Grafik, Design oder Laboren – sollte der Wert mindestens 90 betragen.
Die Lichtfarbe, gemessen in Kelvin (K), beeinflusst die Atmosphäre im Raum:
- 2700–3000 K: warmweißes, gemütliches Licht (z. B. für Aufenthaltsräume)
- 4000 K: neutralweißes Licht (ideal für Büros)
- 5000–6500 K: tageslichtweißes Licht (geeignet für Werkstätten und Laborbereiche)
Die richtige Lichtfarbe hängt also sowohl von der Tätigkeit als auch von der gewünschten Raumwirkung ab.
Regelmäßige Wartung und Kontrolle
Selbst die beste Beleuchtung verliert mit der Zeit an Leistung. Lampen altern, Leuchten verstauben, und Tageslichtverhältnisse ändern sich. Daher sollten Sie:
- Leuchten regelmäßig reinigen – mindestens einmal jährlich.
- Leuchtmittel rechtzeitig austauschen, bevor sie merklich an Helligkeit verlieren.
- Lux-Werte regelmäßig überprüfen, besonders wenn Mitarbeitende über schlechtes Licht klagen.
- Messungen dokumentieren, um die Einhaltung der Normen nachweisen zu können.
Eine einfache Wartungsroutine spart langfristig Energie und sorgt für gleichbleibend gute Lichtverhältnisse.
Professionelle Unterstützung nutzen
Wenn Sie keine Erfahrung mit Lichtmessungen haben, kann sich die Unterstützung durch einen Lichtplaner oder Fachberater für Arbeitssicherheit lohnen. Diese Fachleute führen präzise Messungen durch, erstellen Berichte und empfehlen Optimierungen, die sowohl den Normen entsprechen als auch das Wohlbefinden am Arbeitsplatz verbessern.
Gerade in größeren Büros oder Produktionsstätten kann eine professionelle Lichtanalyse die Effizienz und Zufriedenheit deutlich steigern.
Licht, das den Unterschied macht
Beleuchtung zu prüfen und anzupassen bedeutet nicht nur, Vorschriften einzuhalten – es geht darum, die besten Bedingungen für Menschen zu schaffen. Richtiges Licht steigert Konzentration, reduziert Fehler und fördert das Wohlbefinden.
Fragen Sie sich also beim nächsten Einschalten der Lampe: Entspricht Ihre Beleuchtung wirklich den Standards?














